Französische Kirche tauft dieses Ostern eine Rekordzahl an Katechumenen
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Mittwoch, 1. April 2026

Französische Kirche tauft dieses Ostern eine Rekordzahl an Katechumenen

In Frankreich werden voraussichtlich über 20.000 Katechumenen in der Osternacht getauft, was einem Anstieg von 20 Prozent gegenüber den Taufen im Jahr 2025 entspricht. Laut einer jährlichen Umfrage der französischen Bischofskonferenz vom 25. März werden in der Osternacht am 4. April über 13.200 Erwachsene und über 8.100 Jugendliche getauft.

Die neuen Zahlen zeugen von einem anhaltenden Anstieg der Gesamttaufen, insbesondere der Erwachsenentaufen, im Vergleich zu 2016, als etwas mehr als 4.100 Erwachsene getauft wurden. In einem zusammen mit der Umfrage veröffentlichten Brief erklärte der französische Erzbischof Olivier de Germay von Lyon, die steigenden Zahlen „überraschen immer wieder“.

„Obwohl wir schon lange die Schwierigkeit – wenn nicht gar die Unfähigkeit – unserer Konsumgesellschaft spüren, auf die tiefsten Sehnsüchte des Menschen einzugehen, sind wir dennoch von der Plötzlichkeit und dem Ausmaß der Sehnsucht nach Gott, die heute zum Ausdruck kommt, beeindruckt“, schrieb Erzbischof de Germay. Er fügte jedoch hinzu, die größte Herausforderung für die Kirche bestehe darin, „sie über die Zeit hinweg zu begleiten und ihnen zu ermöglichen, Jünger und damit vollwertige Mitglieder der Pfarrgemeinden zu werden.“

Dem Bericht zufolge sind 42 Prozent der erwachsenen Katechumenen zwischen 18 und 25 Jahre alt, 40 Prozent sind zwischen 26 und 40 Jahre alt, wobei Frauen etwa 62 Prozent der Kandidaten ausmachen.

Eine Umfrage unter 1450 Katechumenen in 60 Diözesen ergab, dass die Mehrheit der Katechumenen – 40 Prozent – ​​aufgrund persönlicher Schicksalsschläge wie Krankheit oder dem Tod eines Angehörigen den Wunsch nach der Taufe verspürte. Schätzungsweise 34 Prozent suchten die Taufe, nachdem sie mehr über das Christentum erfahren hatten, während 32 Prozent angaben, ein „starkes spirituelles Erlebnis“ gehabt zu haben.

Erzbischof de Germay sagte, dass in mehreren Diözesen neue Initiativen als Reaktion auf diese „freudige neue Realität“ entstehen, wie zum Beispiel die Organisation von Versammlungen, Gottesdiensten, die „die Neugetauften besser begleiten sollen“, sowie von Pilgerfahrten.

Er merkte außerdem an, dass eine solche Mobilisierung einen „Bumerang-Effekt“ habe, der auch „Veteranen im christlichen Leben“ die Möglichkeit gebe, „ihren Glauben neu zu überdenken und sich aufs Neue bewusst zu werden, wie Gott in ein Leben einbrechen und es verändern kann.“