Mehr Hilfen für Migranten in Mexiko und Texas
Ciudad Juárez/El Paso - Die Grenze ist nahezu geschlossen; die Einwanderungsbehörde ICE hat die Zahl der Abschiebungen aus den USA erhöht. Kürzungen der internationalen Gelder für humanitäre Hilfe belasten lokale Hilfsorganisationen zusätzlich. Jetzt reagieren das US-Grenzbistum El Paso und Partnerorganisationen in der mexikanischen Stadt Ciudad Juárez mit einer deutlichen Botschaft: Sie verstärken die humanitäre Hilfe für an der Grenze gestrandete Migranten. Es ist ihre Antwort auf die Krise.
Mark Seitz, Bischof von El Paso, erklärte am Donnerstag während einer Pressekonferenz auf mexikanischem Boden: „Die menschlichen Kosten der Kampagne sind auf beiden Seiten spürbar. Unsere Glaubensgemeinschaften sind aufgerufen, auf diesen Schrei zu reagieren.“
Konkret reagiert die US-Kirche mit dem Einsatz des „Border Refugee Assistance Fund“. Der Hilfsfonds wurde speziell für eine solche Situation konzipiert. In Zusammenarbeit mit dem Jesuiten-Flüchtlingsdienst Mexiko, der Menschenrechtsorganisation DHIA auf mexikanischer Seite sowie dem katholischen Strategiezentrum „Hope Border Institute“ sollen Notunterkünfte, medizinische Versorgung, psychologische Betreuung und Transportmöglichkeiten für schutzbedürftige Migranten bereitgestellt werden, die durch Gewalt, die Schließung der Grenze und vermehrte Abschiebungen Unterstützung benötigten.
Das ist in einer Erklärung zu lesen, die der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt. Auf beiden Seiten verschärfe sich die Krise, hieß es weiter. Der Zugang zu Asylmöglichkeiten wurde eingeschränkt und Abschiebungen beschleunigt. Den Migranten in Ciudad Juárez mangele es an vielem. Auch hätten viele von ihnen bereits Menschenhandel, Gewalt oder die Trennung von ihren Familien erlebt.
Im Rahmen der Partnerschaft mit DHIA werde die Initiative Migranten, die Opfer von Verbrechen und Ausbeutung geworden sind, sofortige Hilfe leisten. Unter anderem wolle man ihnen Notunterkünfte zur Verfügung stellen und sie medizinisch versorgen. Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst Mexiko werde auf die akuten psychischen Bedürfnisse der gestrandeten oder abgeschobenen Migranten eingehen. Man werde Beratung sowie psychosoziale Unterstützung anbieten; eine Dienstleistung, die es aktuell kaum gebe.
„In einer Zeit, in der die Grenze für Asylsuchende geschlossen ist und die Abschiebungen zunehmen, ist unsere Arbeit mit Bischof Seitz und unseren Partnern in Ciudad Juárez dringender denn je“, sagte Dylan Corbett, Geschäftsführer des „Hope Border Institute“. Der „Border Refugee Assistance Fund“ stehe deshalb für etwas Wesentliches, nämlich „die Bereitschaft von Glaubensgemeinschaften auf beiden Seiten einer Mauer, als eine Einheit zu handeln“. Man sei den Unterstützern weltweit dankbar, Solidarität beiderseits der Grenze zu ermöglichen.
Seit seiner Gründung im Jahr 2019 habe der „Border Refugee Assistance Fund“, eine gemeinsame „Hope Border Institute“ und Bischof Seitz, Tausenden von Migranten und ihren Familien an der US-mexikanischen Grenze humanitäre Hilfe geleistet. (KNA)