Gemeinsam den Glauben vertiefen und sich engagieren
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Freitag, 28. August 2026

Gemeinsam den Glauben vertiefen und sich engagieren

Ich möchte Ihnen von zwei Ereignissen unserer Pfarrei St. Joseph in Songololo berichten, die zeigen, wie wir Oblaten unsere Mission hier vor Ort gestalten:

Das erste Ereignis fand Anfang des Jahres statt und gibt Ihnen einen Eindruck von den vielfältigen Aufgaben unserer Katecheten, die unsere Kirche vor Ort prägen. Für sie organisierte die Pfarrei eine wichtige Fortbildungsveranstaltung. Die Veranstaltung, die ich zusammen mit dem ersten Vizepräsidenten des Pfarrgemeinderats leiten durfte, ist Teil des von der Ortskirche angestrebten Prozesses der pastoralen Stärkung.

Die Fortbildung fand an zwei Orten statt: Songololo und Mbanza-Matadi. Der letztere Ort ist 85 km von Songololo entfernt. Das ist zu weit für die Katecheten, weswegen wir die Orten angeboten haben, denn die Teilnahme möglichst aller Katecheten hat für uns eine große Bedeutung.

Im September 2025 hatte es eine bistumsweite Fortbildung für Katecheten gegeben, bei der aber nur wenige ausgewählte Katecheten anwesend gewesen waren. Nun hatten die damaligen Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Erkenntnisse und Erfahrungen zu teilen, während einige Ehrenamtliche und ich weitere Blöcke gestaltet haben.

Sehen – Urteilen – Handeln

Neben den inhaltlichen Teilen waren die Fortbildungen durch Gebetszeiten strukturiert: Morgen- und Abendgebet, Anbetung des Allerheiligsten Sakraments, eine Eucharistiefeier. Zum Ende des Tages haben wir gemeinsam einen Film über den heiligen Johannes Paul II. an gesehen. Praktische Übungen ermöglichten es den Teilnehmern, die Leitung des großen Sonntagsgot tesdienstes und die liturgische Begleitung einer Beerdigung zu üben.

Der theoretische Teil konzentrierte sich auf die Methodik des Katecheseunterrichts, wobei klar zwischen Katechismus, Katechese und Evangelisierung unterschieden wurde. Auch die Rolle, Eigenschaften und Verantwortlichkeiten des Katecheten wurden verdeutlicht. Der Aufbau einer Katechesesitzung – Vorbereitung, Schritte, Methoden – wurde detailliert erläutert und durch konkrete Beispiele veranschaulicht.

Die Katecheten wurden darin geschult, den Glauben der katholischen Christen durch solide Unterweisung der Menschen vor Ort zu bewahren und gleichzeitig eine Haltung der Aufnahme und der Unterscheidung gegenüber denjenigen einzunehmen, die zur Kirche zurückkehren. Der Ansatz „Sehen – Urteilen – Handeln“ wurde als Rahmen vorgestellt, der Respekt, Dialog und gemeinsames Wohlergehen fördert.

Eine Frage der kirchlichen Disziplin

Außerdem wurde das Kirchenjahr gemeinsam betrachtet und dabei die Spiritualität der jeweiligen Zeit, ihre Farben, ihre Eröffnungs- und Abschlussriten unterschieden. Auch liturgische Gegenstände wurden mit ihrer symbolischen und spirituellen Bedeutung vorgestellt.

Die liturgischen Richtlinien des Bistums wurden praxisorientiert eingeübt. Nach ihrer ausführlichen theoretischen Vorstellung demonstrierte der Liturgiebeauftragte der Pfarrei deren praktische Anwendung in einer Simulation des großen Sonntagsgottesdienstes. Die Katecheten wurden aufgefordert, für die Einhaltung der kirchlichen Disziplin zu sorgen, insbesondere hinsichtlich der Auswahl und Dauer der Lieder, der Abstimmung mit den Chören und der Einhaltung des Ablaufes des Gottesdienstes.

Gedächtnis der Kirchen vor Ort

Ein wichtiger Aspekt war die Berichtsschulung der Katecheten. Angesichts des Mangels an Informationen über die auf den Dörfern durchgeführten Aktivitäten wurde ein spezielles Modul der Erstellung von Berichten über die Aktivitäten der Dorfkatechisten gewidmet. Es wurde nachdrücklich daran erinnert, dass der Katechist im Auftrag der Kirche handelt und daher verpflichtet ist, schriftlich über sein Apostolat zu berichten.

Diese wöchentlichen oder monatlichen Berichte müssen datiert, unterschrieben und weitergeleitet werden, wobei eine Kopie an den Pfarrer zu senden ist. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Archivierung gewidmet, die ein lebendiges Gedächtnis der pastoralen Arbeit für künftige Generationen darstellt.

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Auf dem Platz vor der Kirche haben die Gläubigen verschiedener Konfessionen Gemeinschaft erlebt. Fotos: OMI Kongo

Die Osterbotschaft in die Gefängnisse tragen

Das zweite Ereignis zeigt die ökumenische Verbundenheit der verschiedenen Kirchen vor Ort: Am Sonntag, dem 10. Mai 2026, versammelten sich auf dem Vorplatz unserer katholischen Pfarrkirche St. Joseph Christen aus protestantischen und katholischen Gemeinden, um gemeinsam Ostern zu feiern.

Besonders berührt hat uns alle, als Chöre aus unterschiedlichen Kirchen die Osterlieder ihrer jeweiligen Traditionen gesungen haben. Die Predigt hielt ein Pastor einer protestantischen Kirche über Matthäus 25,31ff. Er verwies auf den Auftrag Jesu, den Bedürftigen aller Art zu helfen. Nicht nur mit Geld, sondern vor allem mit dem Herzen und von ganzem Herzen.

Doch das blieben nicht nur Worte. Wir haben an diesem Tag auch für die Gefangenen gesammelt, die im nahen Gefängnis inhaftiert sind. Neben Geld wurden auch Lebensmittel und Kleidung dargebracht.

Einige Tage später ist eine Delegation der verschiedenen Kirchen in das Zentralgefängnis in Songololo gefahren, um die Gefangenen zu besuchen und zu versorgen – doch nicht nur mit dem, was wir gesammelt hatten, sondern auch mit einer vorbereiteten Gebetszeit, die wir gemeinsam mit den Gefangenen abgehalten haben.

Für uns Oblaten sind diese Aktivitäten nicht nur Teil unseres Anliegens, nah bei den Menschen zu sein. Wir haben auch gelernt: Durch solche Ereignisse wird Nähe, die aus dem Herzen kommt, zum Prinzip der Christen vor Ort.

Ihr Pater Berthier Eyer OMI