Gemeinschaft auf dem Weg
Vorschau Dolni Bela
Mazenodfamilie
Mittwoch, 4. März 2026

Gemeinschaft auf dem Weg

Die Idee, eine kleine Gemeinschaft von Laien zu gründen, die zusammenleben, entstand im Jahr 2019 durch drei Assoziierte. Die Vision, die unter den Assoziierten schon länger präsent war, erhielt durch den Umzug eines von ihnen aus Mähren nach Westböhmen eine konkrete Gestalt. Ziel war es, eine Gemeinschaft zu gründen, die ein tieferes geistliches Leben führt, den Alltag teilt und gemeinsam das Evangelium trägt.

Doch schon bald verließ einer der ursprünglichen Gründer die Gemeinschaft – so blieben nur zwei übrig. Da eine echte Gemeinschaft erst durch das Zusammenleben von mindestens drei Personen entsteht, entschieden wir Oblaten uns, diese Initiative zu unterstützen und sie um ein Mitglied von uns zu ergänzen. Daher trat ich als Oblate in die entstehende Gemeinschaft ein. Es war kein im Voraus geplanter Schritt, sondern eine natürliche und in der Situation logische Entscheidung, durch die sich die ursprüngliche Version weiterentwickelte.

Vorschau Kater Sean Paul
Kater Sean Paul hat eine wichtige Funktion in der Gemeinschaft

Eine neue Heimat

Kurz darauf kam es zu einer wichtigen Entwicklung: Die Diözese suchte einen Priester für zwei Pfarreien, die an unsere damaligen Gemeinden angrenzten – Dolní Bělá und Ledce. Gleichzeitig wurde das große Pfarrhaus in Dolní Bělá frei. Wir sahen darin die Chance, eine wirkliche Gemeinschaft der Gastfreundschaft zu werden.

Ich übernahm den Dienst des Administrators beider Pfarreien und begann gemeinsam mit den neuen Pfarrangehörigen, das Pfarrhaus für das gemeinschaftliche Leben umzugestalten. Die umfangreichsten Arbeiten betrafen die Heizung und bauliche Veränderungen, durch die mehrere Zimmer sowie schöne Gemeinschaftsräume entstanden.

Nach der Renovierung des Pfarrhauses zog ich nach Dolní Bělá um. Damit entstand eine „Fulltime“-Laien-Oblatengemeinschaft. Erst jetzt mussten wir uns wirklich aneinander gewöhnen. Für diese Zeit bin ich bis heute sehr dankbar.

Kleinere Konfrontationen, Klärungen unserer Rollen und die Suche nach einem gemeinsamen Rhythmus ließen nicht auf sich warten. Wir stießen auf Unterschiede zwischen Ordens- und Laienlebensweise, aber auch auf verschiedene Vorstellungen von der Offenheit des Pfarrhauses nach außen.

Für mich persönlich war es zudem eine Phase der ersten intensiveren Korrekturen aus weiblicher Perspektive – etwas, das ich als Mitglied einer Ordensgemeinschaft von Männern bis dahin nicht kennengelernt hatte.

Ein Haus mit missionarischem Ausdruck

Im Laufe der Zeit verabschiedeten wir uns von Zuzka, die in der Beziehung mit ihrem heutigen Ehemann einen neuen Lebensweg fand. In die Gemeinschaft kam Kačka, die jedoch nach einigen Monaten nach Deutschland zu ihrem damaligen Partner zog.

Zur selben Zeit kamen unsere ausländischen Brüder Janith und Mamy nach Dolní Bělá, die sich mir im Pfarrhaus anschlossen und bis heute hier leben.

Nach einer Phase des Einlebens wurde das Pfarrhaus in Dolní Bělá zu einem echten Haus der Gastfreundschaft mit offenen Türen – und ich denke, auch zu einem starken Zeichen für die ganze Umgebung.

Wir haben damals einen Weg eingeschlagen, der uns bis heute begleitet und in mancher Hinsicht zu noch größerer Offenheit führt. Für Janith und Mamy ist das offene Haus ein natürlicher missionarischer Ausdruck. Und da diese Gemeinschaft immer in Veränderung gelebt hat, bin ich gespannt, wohin der Herr uns als Nächstes führen wird.